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|BücherArchitektur und Städtebau

Stadtmassaker und Sozialverbrechen

Studie zur Kommunalpolitik am Fallbei(l)spiel "Stadtzerstörung und Stadtentwicklung in Duisburg"

Stadtmassaker und Sozialverbrechen

Sonstige

Autor: Roland Günter

Verlag: Klartext Verlagsgesellschaft mbH

23,95 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2013, 432 Seiten, Paperback

Inhalt

Karl Ganser, der zusammen mit Städtebauminister Christoph Zöpel in Nordrhein-Westfalen die finstere Epoche der Stadtzerstörung 1980 beendete, sieht im dramatischen Geschehen der absurden Selbstzerstörung der Großstadt Duisburg "einen Rückfall in den kalten Krieg der Stadtentwicklung." Das Buch ist eine unbestechliche und genaue Analyse von entgleisten Verhaltensweisen gegenüber menschlichen und sozialkulturellen Werten. Es zeigt den gestörten Sinn für Tatsachen und Werte einer politischen und administrativen Klasse, die nicht in der Lage ist, eine Stadt vernünftig zu regieren. Enthemmter politischer Filz will selbst eine Wohnanlage von Max Taut für ein Outlet platt machen. Dabei entsteht jedoch viel Widerstand.
Dreht man das Buch um, kann man eine Vision lesen, wie eine Stadt mit menschlicher Nähe und Mitwirkung ihrer Bevölkerung entwickelt werden könnte. Ein packendes auf- und anregendes Buch für Menschen, die ihre Stadt nicht als Fremdherrschaft erleben wollen, sondern als ihren selbstgestalteten Lebensraum mit vielen Chancen. Ein Lernbuch zur Stadt-Kultur.

Rezension

Duisburg. Und dessen Zukunft.

„Stadtmassaker und Sozialverbrechen" lautet der markige Titel einer Neuerscheinung aus dem Klartext-Verlag. In dem gut 400 Seiten schweren Wälzer aus der Feder von Roland Günter, dem ersten Vorsitzenden des Deutschen Werkbund e.V. NRW, geht es um Duisburg. Und dessen Zukunft. Genauer, es geht um den Stadtteil Bruckhausen, in dem zahlreiche Wohnungen rund um das Thyssen-Stahlwerk der Abrissbirne weichen müssen. Im Wesentlichen, weil das eine EU-Emissionsrichtlinie so fordert. Günters Buch versucht dabei gar nicht erst, ausgewogen zu sein. Vielmehr will der Hochschuldozent anprangern. Vor allem die Stadt Duisburg, deren Spitze er recht unverhohlen Dilettantismus und Dickfelligkeit vorwirft. Ganz klar ist, Günter will bewahren. Alte Bausubstanz, altes Ruhrgebiet und alte Denke. Er fordert indirekt zum Widerstand gegen die Abrisspläne auf – nicht umsonst ist das Werk in der Reihe „Einmischen und Mitgestalten" erschienen. Dabei bedient er vor allem die alten Klischees: Die da oben, wir hier unten. Für Fakten ist erschreckend wenig Platz. Und doch: Dreht man das Buch auf die Rückseite, so erscheint dort unter dem Titel „Visionäre Stadt" die vermeintlich positive Seite der Abriss-Medaille. Das Ruhrgebiet sei ein Laboratorium und es wird das Gebot der Menschenliebe in einer „Charta der Stadt" zitiert. Nichtsdestotrotz reicht Günters positive Vision für gerade einmal 40 Seiten – und nimmt damit nur ein Zehntel des Gesamtwerks ein. Wem soll man zum Erwerb des Wälzers raten? Hartgesottene Abrissgegner, nicht nur in Bruckhausen, werden ihre Meinung darin bestätigt sehen. Wer aber die Fakten und Notwendigkeiten einer Stadt mit rund 14.000 leer stehenden Wohnungen anerkennt, dürfte das Buch nach wenigen Seiten mit einem Kopfschütteln in den Altpapiercontainer werfen.


von Thorsten Karl

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