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|BücherArchitektur und Städtebau

Landes

Metaphern Bauen

Landes

Fachbuch, Bildband

Autor: Roland Burgard

Verlag: Niggli Verlag

44,90 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2017, 232 Seiten, gebunden

Inhalt

Michael A. Landes sucht ganzheitliche Antworten auf architektonische und städtebauliche Fragestellungen. Ein Denken und Entwerfen in Metaphern ist die wichtigste Grunderkenntnis für eine Arbeit. Die erzeugten Bilder setzt er in unterschiedlichen Maßstäben - städtebaulich, objekt- oder detailbezogen - ein oder fügt sie als Collagen zusammen, die urbane Erlebnisräume schaffen. _ ausgewählte Arbeiten von Michael A. Landes _ Vertreter eines architektonischen Pluralismus _ ganzheitliche Antworten auf architektonische und städtebauliche Fragestellungen _ Denken und Entwerfen in Metaphern

Rezension

Ein Buch macht Lust auf den Architekten Michael Landes

Es kommt selten vor, dass man unvermittelt vor einem Neubau stehen bleibt und sich fragt: Wer hat denn das gebaut? Die Hansahöfe in Frankfurt (Hansaallee 154) sind so ein Fall. Sie leuchten ein, sie müssen nicht erklärt werden, sie stehen einfach da und sind richtig.


Roland Burgard nennt die Hansahöfe in seinem Buch „Metaphern bauen" über den Architekten Michael Landes eine „Rettungsinsel im Meer urbaner Langeweile". Die Gravensteiner Arkaden fallen auch in diese Kategorie. Der Gebäudeblock mit Läden und Supermarkt im Erdgeschoss gibt der Piazza im ansonsten unschönen Neubaugebiet Frankfurter Bogen ein würdevolles Gesicht. Burgard drückt es so aus: „Michael Landes straft mit diesem Entwurf das anonyme Einerlei der benachbarten Wohnbauten durch Nichtbeachtung, doch mit Macht setzt er sein eigenes, Urbanität förderndes Repertoire dagegen." Sein bekanntestes Werk, der Umbau der ehemaligen Union-Brauerei im Auftrag von Ardi Goldman, adelt das „städtebauliche Niemandsland" (Burgard) Hanauer Landstraße.


Burgards Eingangsessay ordnet Landes, Jahrgang 1948, bei den „Revisionisten der Moderne" ein. Seine Kraftquellen sind Italien, Bildhauerei und Malerei, Tischfußball sowie die Eindrücke einer Weltreise, die er nach dem Studium an der Technischen Hochschule Darmstadt (1970 bis 1976) unternahm. In seiner Heimatstadt Frankfurt ließ er sich 1978 als freier Architekt nieder. Der Wettbewerbserfolg für den Neubau der Landeszentralbank, den er in der Bürogemeinschaft Berghof Landes Rang erzielte, verschaffte ihm Renommee. Danach hat sich Landes durchgehend mit dem bürgerlichen Geschosswohnungsbau beschäftigt, als dessen führender Frankfurter Vertreter er zusammen mit Stefan Forster gelten darf.


Landes ist im großvolumigen Wohnungsbau wirklich zuhause. Er beherrscht die Grundrisse und die Proportionslehre der Fassaden. Er lässt den Faden zur Kunst niemals abreißen. Das unterscheidet ihn von manchen bekannten Kollegen, die vom Bürobau kommend durch die konjunkturelle Entwicklung zum Wohnungsbau mehr oder weniger gezwungen wurden – und dann ein Zeug abgeliefert haben, das Frankfurt zum Gespött der Architektenszene gemacht hat. Wer Landes beauftragt, bekommt keinen Gehilfen, aber einen Könner, dem niemals eine „Stalinallee" (Frankfurter Architekten über den Boulevard im Europaviertel) passieren würde. Aus 40 Jahren Frankfurter Bau- und Immobiliengeschehen ist er stilistisch weitgehend unkorrumpiert hervorgegangen. Das allein ist fast schon ein Buch wert.


Die Werkschau stellt 24 wichtige Bauten von Landes vor, darunter das Depot Sachsenhausen, ein Apartmenthaus in der Freiherr-vom-Stein-Straße („Pariser Dachlandschaft"), die Pizzeria La Strada (alle Frankfurt) sowie das Hotel Tobaccon in Bensheim. Das Buch ist nichts für Fachleute, die den Fachmann studieren wollen, sondern eher ein „coffee table book", das Lust auf Landes und die Architektur im Allgemeinen macht. Es besteht nur aus Texten und Fotos. Grundrisse und Zeichnungen des Architekten fehlen weitgehend. Architekten werden das vielleicht bemängeln. Dennoch ist es ein schönes Buch, weil es formvollendet gemacht ist und mit Burgard (ehemals Leiter des Frankfurter Hochbauamts, später Professor in Wien) ein kompetenter Autor verpflichtet wurde.


Buchdesigner war Wilhelm Opatz, ein bibliophiler Architektur-Enthusiast ohne Diplom, der neben seiner Arbeit als Werbegrafiker regelmäßig Werke zur Frankfurter Architektur veröffentlicht. Demnächst erscheint in seiner nach Jahrzehnten geordneten Reihe die Dokumentation der Frankfurter Architektur nach 1945 der Band „Frankfurt 1970-1979".


Christoph von Schwanenflug, Immobilien Zeitung 13, 29. März 2018, Seite 12

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