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|BücherArchitektur und Städtebau

Städte für Menschen

Städte für Menschen

Fachbuch

Autor: Jan Gehl

Verlag: Jovis Verlag GmbH

32,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2015, 288 Seiten, gebunden

Inhalt

Seit mehr als 40 Jahren befasst sich der Architekt und Stadtplaner Jan Gehl damit, Plätze, Straßen, ja ganze Stadtviertel zum Wohle der Bewohner neu oder umzugestalten. Er stützt sich dabei auf Erkenntnisse, die er durch langjährige Untersuchungen von Großstadtsituationen in verschiedenen Ländern gewonnen hat. Indem Gehl selbst Millionenstädte kleinmaßstäblich und im Detail betrachtet, entwickelt er Mittel und Wege, dysfunktionale und unwirtliche Stadtlandschaften entscheidend zu verändern. Dabei finden demografische Entwicklungen und sich wandelnde Lebensstile ebenso Berücksichtigung wie gestalterische Prozesse. Wichtigster Grundsatz für Jan Gehls Stadtplanung nach menschlichem Maß: Der Stadtraum muss mit der Geschwindigkeit eines Fußgängers erlebt werden statt aus einem Fahrzeug heraus. Nur so kann es gelingen, sowohl traditionelle Metropolen wie die schnell wachsenden Städte von Entwicklungs- und Schwellenländern zu "Städten für Menschen" zu machen. Das Buch präsentiert Jan Gehls Arbeit im Bereich Neubau sowie der Umgestaltung städtischer Räume und Verkehrsflächen. Darstellungen seiner Planungsmodelle in Text und Bildern sowie Planungsprinzipien und Methoden veranschaulichen, wie einfach lebendige, sichere, nachhaltige und gesunde Städte in Zukunft entstehen können.

Rezension

Der Mensch als Maßstab

„Städte für Menschen" hat der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl sein Buch betitelt, und das ist zugleich seine zentrale Forderung: Der Mensch soll zum Maß von Stadtplanung und Architektur werden, nicht mehr Autoverkehr und technokratische Ideen, die seiner Meinung nach seit Jahrzehnten weltweit das Aussehen von Städten bestimmen.
Das ist keine ganz neue Forderung, aber Jan Gehl geht anhand zahlreicher Beispiele und logischer Überlegungen ins Detail. Dabei baut seine Argumentation meist auf messbaren Werten auf. Körpergrößen, Blickwinkel und Blickfelder von Fußgängern lassen sich messen, ebenso Unfallzahlen, Verweildauer im öffentlichen Raum, die Länge von Staus oder die Zeit, die das Zurücklegen einer Strecke auf verschieden gestalteten Gehwegen einnimmt. Diese empirischen Daten verdeutlichen zusammen mit den Ergebnissen von Befragungen und soziologischen Studien, dass Gehls Vorstellungen keine reinen Geschmacksäußerungen sind.
Auf dieser Basis entwickelt Gehl zentrale Thesen, beispielsweise dass Verkehrsplanung Radfahrer und Fußgänger bevorteilen und Autofahrer zum Radfahren oder Zufußgehen „einladen" soll, dass vertikal abwechslungsreich gegliederte Fassaden das Geschehen auf der Straße beleben oder dass Plätze, die zum Verweilen einladen, sowohl für die Umsätze anliegender Geschäfte als auch für die Kriminalitätsabwehr von Vorteil sind.
Das Buch hat allerdings auch Schwächen. Etwas mehr Abwechslung bei den mit reichlich Fotos illustrierten Beispielen hätte gut getan, statt immer wieder Kopenhagen, Venedig und Melbourne heranzuziehen. Vor allem hätte der Autor sich einige Wiederholungen sparen können. Er singt beispielsweise mindestens an einem halben Dutzend Stellen umfangreich das Lob des Fahrradfahrens und betont fast schon penetrant die Bedeutung von Begegnungsorten. Das hätte man auch kompakter und für den Leser weniger ermüdend fassen können. Zum Ende schafft Gehl jedoch wieder den Schwenk zu seinem empirischen Ansatz und fasst den gesamten Band zu einigen wenigen, klar umrissenen Forderungen an menschengemäße Städte zusammen.
„Städte für Menschen" ist nicht nur für Planer eine lesenswerte Lektüre, sondern auch für Entscheidungsträger, die letztlich bestimmen, welche Ideen bei größeren oder kleineren Bau- oder Revitalisierungsprojekten umgesetzt werden. Was davon sie vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Ziele beherzigen können, steht auf einem anderen Blatt Papier. Anregungen zu neuem Denken werden sie aber mitnehmen.


Volker Thies, Immobilien Zeitung 24, 18. Juni 2015, Seite 8

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