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|BücherArchitektur und Städtebau

Verbietet das Bauen!

Streitschrift gegen Spekulation, Abriss und Flächenfraß

Verbietet das Bauen!

Fachbuch

Autor: Daniel Fuhrhop

Verlag: Oekom Verlag

15,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
2. Auflage, 2020, 222 Seiten, gebunden

Inhalt

Alle streben nach Neuem, auch und gerade beim Bauen: hier ein Bürokomplex, dort ein Shoppingcenter oder eine Wohnanlage. "Verbietet das Bauen!" wendet sich bereits seit fünf Jahren gegen Abriss und Leerstand - der Bauboom hält jedoch nach wie vor an. Dass zeitgleich die Mieten explodieren, ist der beste Beweis dafür, dass Neubau keine Lösung ist.


In der aktualisierten und erweiterten Neuauflage räumt Daniel Fuhrhop schonungslos mit Mythen auf: Passivhäuser sind nicht ökologisch und der Neubau von Wohnungen ist alles andere als sozial. Das Buch präsentiert echte Lösungen für die grassierende Wohnungsnot in unseren Städten und beschäftigt sich auch mit radikalen Ansätzen wie Enteignung. Dazu liefert es 100 konkrete, innovative Ideen, um Altbauten zu erhalten, Leerstand zu beseitigen und unsere Städte neu zu beleben.

Rezension

Nie wieder neu bauen?

„Verbietet das Bauen!": Mit dem Titel seines Buchs und seinem gleichnamigen, seit rund zwei Jahren bestehenden Blog provoziert Daniel Fuhrhop gleich mehrere Branchen. Schließlich scheint er sowohl der Bauwirtschaft als auch einem wesentlichen Teil der Immobilien-Vermarkter das Existenzrecht abzusprechen. Die Provokation ist offenbar Absicht, aber Fuhrhop teilt nicht einfach nur steile Thesen aus, sondern analysiert viele (Fehl-) Entwicklungen im Geschäft mit Immobilien sehr treffend. Dabei verschont er auch die „einfachen Leute" keineswegs, die Häuslebauer und Wohnungskäufer. In seinem Buch arbeitet er volkswirtschaftliche Wahrheiten in einem Land heraus, das trotz der aktuell starken Zuwanderung insgesamt an Bevölkerungsschwund krankt, zugleich aber am ungebrochenen Run auf die Ballungsräume. Der Bauboom an einer Stelle, Leerstand und Verfall an anderer sind die Folge. Fuhrhop macht eindringlich klar, dass beides mit einer gewaltigen Verschwendung von Geld und Energie, von Naturraum und Rohstoffen verbunden ist. Dazu kommen die sozialen und kulturellen Folgen, verödende Landgemeinden oder gentrifizierte Stadtquartiere beispielsweise.
Die oft schmerzhaft klare, mit statistischen Daten unterfütterte Darstellung erdet der Autor immer wieder mit Belegen aus der Realität, die er als aufmerksamer Beobachter der Immobilienwirtschaft gesammelt hat. So stellt er in vielen Städten den hohen Leerstand den geplanten Flächen für neue Büro- und Wohngebäude entgegen, dokumentiert den Gentrifizierungs-Schlagabtausch in Berlin oder rechnet detailliert durch, wie viel günstiger eine maßvolle Wohnungsmodernisierung gegenüber Abbruch und Neubau ist. Ebenso gut belegt stellt das Buch seinen provokanten Thesen pragmatische Lösungsvorschläge gegenüber: Planer und Bauunternehmer sollen Ideen für Um- statt für Neubau entwickeln, Bewohner sich mit weniger Platz bescheiden, Kommunen die Sanierung fördern und die Politik insgesamt den Neubau gegenüber Bestandserhaltung unattraktiver machen.
Das widerspricht vielen Gesetzen, nach denen Immobilienwirtschaft und Baupolitik seit Jahrzehnten funktionieren. Deshalb müssen betriebswirtschaftlich denkende und auf den eigenen Profit ausgerichtete Unternehmer keineswegs den vor allem volkswirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Argumenten Fuhrhops folgen. Dennoch bietet das Buch einige interessante Anstöße, um das Branchenhandeln einmal grundsätzlich infrage zu stellen. Und trotz aller Radikalität, auf die der Autor pocht: Vielleicht findet sich unter den 50 Forderungen, die am Schluss die Botschaft zusammenfassen, der eine oder andere Punkt, an dem man zumindest versuchsweise einmal ansetzen kann.


Volker Thies, Immobilien Zeitung

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