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Wohnen

Markt in Schieflage - Politik in Not

Wohnen

Fachbuch

Autor: Eberhard von Einem

Verlag: Springer Verlag

54,99 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2016, 321 Seiten, Paperback

Inhalt

Dass derzeit zu wenig Wohnungen gebaut werden, dass das Angebot - trotz anziehender Baugenehmigungen - nicht die Nachfrage deckt, dass die Mieten in manchen Städten - nach 10 ruhigen Jahren - anziehen und dass Haushalte mit geringem Einkommen - vor allem beim Wohnungswechsel - die Leidtragenden sind, darüber sind sich Politiker, Mietervereine und Wohnungsexperten einig: Hinsichtlich der Diagnose, was die Ursachen der Schieflage sind, gibt es Dissens und hinsichtlich der wohnungspolitischen Optionen, wie die Mieten im sozialpolitisch verträglichen Rahmen gehalten werden können, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Mit Änderungen des Mietrechts allein ist es nicht getan. Es fehlt an Konzepten, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren. Während der Bestand "alter" Sozialbauwohnungen von Jahr zu Jahr schrumpft, werden kaum noch neue Sozialwohnungen fertig gestellt. Sie "rechnen" sich nicht. Projektiert werden Miet- und Eigentumswohnungen für Gutverdienende. Gleichzeitig zieht der deutsche Immobilienmarkt international vagabundierendes Kapital an.

Rezension

Wohnen in allen Blickwinkeln

Jahrelang war Wohnungspolitik praktisch ein Nicht-Thema. Heute steht sie wieder im Brennpunkt der Diskussion. Wer sich dazu einarbeiten und begründet Position beziehen will, ist mit der Aufsatzsammlung „Wohnen: Markt in Schieflage – Politik in Not" bestens bedient. Das Buch greift viele Blickwinkel auf. Herausgeber Eberhard von Einem rechnet beispielsweise mit dem „verschlafenen Jahrzehnt" nach dem Jahr 2000 ab, analysiert Demografie-Effekte und betrachtet die Internationalisierung deutscher Wohninvestments. Dazu kommen unter anderem statistische Betrachtungen der Wohnungsmärkte in Frankfurt am Main und in Berlin, eine Annäherung an den Modebegriff Gentrification, aber auch die reportagehafte Darstellung einer 40-jährigen Wohn-Biografie in Berlin. Diese Themen sind kompakt und eingängig ausgearbeitet, sodass selbst stark auf Zahlen ausgerichtete Beiträge gut lesbar bleiben. Vor allem überzeugt der Band durch seine ausgewogen verteilte Kritik. So wird ein Versagen von Markt und Wohnungswirtschaft bei der Versorgung mit günstigem Wohnraum klar bemängelt. Aber von Einem rechnet auch vor, dass die Unternehmen wegen gesetzlicher Vorgaben überhaupt nicht günstig bauen können und entlarvt die Mär vom „Sickereffekt", die manche Forscherkollegen immer wieder erzählen. Und Lösungsvorschläge? Hier bietet der Herausgeber knapp eine stärkere Förderung von Wohneigentum und von gemeinschaftlichen Wohnbauprojekten an sowie die Wiederbelebung des öffentlich geförderten gemeinnützigen Wohnungsbaus. Ob diese Instrumente wirklich den Durchbruch bringen, darf weiter diskutiert werden. Von Einem selbst kommt zu dem wenig hoffnungsfrohen Schluss, dass sich das weitere Auseinanderklaffen von Wohnungsangebot und -nachfrage wohl nicht verhindern lassen wird.


Volker Thies, Immobilien Zeitung 18, 6. Mai 2016, Seite 14

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