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|BücherArchitektur und Städtebau

Stadtidentität der Zukunft

Wie uns Städte glücklich machen

Stadtidentität der Zukunft

Fachbuch

Herausgeber: Maria Luise Hilber, Götz Datko

Verlag: Jovis Verlag GmbH

32,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2012, 239 Seiten, Paperback

Inhalt

"Hier lässt es sich leben - hier kann man atmen." Die Identität einer Stadt beeinflusst ganz wesentlich das Wohlbefinden der Menschen in ihr. Stadtidentität hat immer mit Wahrnehmung, aber auch mit ästhetischem Bewusstsein zu tun. Es geht um das Erleben, aber auch um das Gestalten von Stadtraum - von Raum für unser Leben. Als Folge verändert sich Stadtidentität ständig und stets, das aber keinesfalls von alleine. Im Gegenteil: Sie muss bei ihrer heutigen Bedeutung für Bürger und Besucher immer wieder neu erkämpft werden. Es gibt kein zuständiges "Amt für das seelische Wohlergehen" in der Stadt. Stattdessen entwickeln sich an verschiedenen Stellen Wege und Konzepte der Identitätsentwicklung. Im Buch Stadtidentität der Zukunft - Wie uns Städte glücklich machen zeigen namhafte Autoren auf, welche Bedeutung die Stadtidentität in ganz unterschiedlichen Fachdisziplinen hat, wie sie genutzt und vor allem, wie sie für unsere lebendige Zukunft weiterentwickelt werden kann.

Rezension

Auf der Suche nach der Stadtidentität

Von Sonja Smalian


Die Liebe wohnt in Paris und New York schläft nicht. Viel mehr als ein Image, umfasst jedoch der Begriff der Stadtidentität. Für das Fremdimage sei das Aushängeschild rasch gefunden, heißt es in der Einleitung zu dem Buch „Stadtidentität der Zukunft. Wie uns Städte glücklich machen". Die Stadtidentität sei viel feinmaschiger. Diejenigen Merkmale der Städte, die diese sonst ins Rampenlicht rücken könnten, würden dabei eher in den Hintergrund treten, heißt es weiter.
2004 verfasste Maria Luisa Hilber gemeinsam mit Ayda Ergez das Buch „Stadtidentität – Der richtige Weg zum Stadtmarketing". In ihrem zweiten Buch zum Thema versammelt sie Aufsätze verschiedener Autoren u.a. zu Aspekten wie ästhetischer Nachhaltigkeit, Suburbanisierung, Stadtmarken und öffentlich-private Partnerschaften. Zu den Autoren zählen Hochschullehrer, Architekten, Visual Designer, Stadtplaner und Landschaftsarchitekten, Berater und Journalisten. Der Schwerpunkt bei Autoren und aufgeführten Beispielen liegt auf der Schweiz. Das ist nicht verwunderlich, gründete Hilber 1991 ihr Beratungsunternehmen intosens in Zürich. Sie bietet so genannte Stadtscreenings (Stadtanalysen), Stadtkonzeption/-vision und Nutzungsentwicklungen an.
Zunächst wird eine Begriffsklärung versucht. Welche Faktoren städtische Identitäten beeinflussen können, darüber herrsche allerdings keine Einigkeit. Kommunikation innerhalb der Gesellschaft spiele eine wichtige Rolle. Auch durch Prestigeprojekte werde versucht Identität zu kreieren. Doch das so genannte Urban Branding – als Beispiel wird das Guggenheim Museum in Bilbao genannt – produziere vor allem Aufmerksamkeit für eine bestimmte Elite. Im Gegensatz zur Imagewerbung, die ausgewählte Zielgruppen ansprechen soll, muss sich die Stadtidentität aber an alle wenden – also Bürger, Touristen und Unternehmen. An einer anderen Stelle heißt es, die Identität einer Stadt habe sich langfristig und in kleinen Schritten mit einem bunten Mosaik von ganz unterschiedlichen Bruchstücken zu verändern.
Die verschiedenen Autoren nähern sich dem Thema Stadtidentität auf eine sehr akademische Weise und zitieren mitunter lange Passagen aus anderen Werken. Das wirkt beim Lesen sehr ermüdend, zumal die praktische Einordnung, das einleuchtende Musterbeispiel meist fehlen. Es wird von einem Urbanitätsbegriff ausgegangen, der Werte wie Toleranz, Offenheit, Innovationsfähigkeit und Wandelbarkeit umfasst. Doch der Begriff wird weder näher definiert noch kritisch diskutiert. Und so tauchen immer wieder Appelle auf, wie es sein sollte (z.B. „Und so kann (und soll) die Stadtidentität durchaus zu einem entscheidenden Faktor der Standortförderung werden."). Häufig bleiben die Autoren auch den Beleg für ihre Behauptungen schuldig.
Überzeugen kann das Buch aber in der visuellen Aufmachung. Es überführt unsere Sehgewohnheiten. Denn die Ikonen bestimmter Städte, beispielsweise der Schriftzug Hollywood von Los Angeles, werden in die Landschaftsaufnahmen Schweizer Dörfer und Städte montiert. Und sie entwickeln dort eine erstaunliche Wirkung: Sie passen sich sehr gut ein, büßen jedoch das Image der „großen weiten Welt" ein. Die Beispiele zeigen dem Leser seine Assoziationen mit vertrauten Elementen auf – und wie identitätsstiftend sie sein können.
Eine Handlungsanleitung um die Identität einer Stadt abbilden oder definieren zu können, bietet das Buch nicht. Wer sich dem Konzept Stadtidentität interdisziplinär annähern möchte, ist mit dem Buch gut bedient.     (sma)


aus: Immobilien Zeitung 14, 11. April 2013

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