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|BücherArchitektur und Städtebau

StadtHochDrei - Berlin-Mitte

StadtHochDrei - Berlin-Mitte

Fachbuch

Autor: Klaus Theo Brenner

Verlag: Jovis Verlag GmbH

32,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2018, 128 Seiten, gebunden

Inhalt

StadtHochDrei - Berlin-Mitte ist ein experimentelles stadtarchitektonisches Projekt, das an sechs Berliner Grundstücken aufzeigen soll, was eine lebendige Stadt ausmacht. Dabei geht es um Entwürfe, die nicht nur architektonische, architekturtheoretische und historische Dimensionen haben, sondern ebenso um Stadtpolitik, die in ihrer aktuellen Bedeutung über den konkreten Ort hinausweist. Im Sinne eines belebten Stadtpanoramas liegt der Schwerpunkt der Entwürfe in der Thematisierung des historischen Berliner Blocks, unterbrochen von Hochhausakzenten an geeigneter Stelle. Nur so kann ein sich in alle Richtungen bewegendes Bauvolumen entstehen und damit eine sowohl funktionale als auch typologische und gestalterische Vielfalt. Hier geht es um eine moderne Auffassung von Stadtarchitektur im Sinne eines städtischen Szenarios zwischen historischer Reflektion und avantgardistischer Entwurfshaltung. Peter Stephans Beitrag zum Thema Hochhaus und Avantgarde schafft die Basis und den Rahmen für den Entwurf von Stadtarchitektur mit dem oben formulierten Anspruch.

Rezension

Stadt hoch 3

Die Klage über langweilige Architektur und unattraktive Städte ist so alt wie zumeist berechtigt. Dass Berlins neue Mitte dabei in vorderster Reihe steht, ist nicht nur dem in den letzten Jahren verschärften Investorendruck zu verdanken, sondern auch und vor allem einer wuchernden hauptstädtischen Bürokratie, der penibel erfüllte Normen und die Traufhöhe wichtiger sind als ein abwechslungsreiches lebendiges Umfeld. Wie festgefahren und blockiert das Berliner Bauen inzwischen ist, zeigt das neue Buch „StadtHochDrei - Berlin Mitte", in dem der zuständige Baustadtrat Ephraim Gothe unumwunden einräumt, dass das, was in jüngster Vergangenheit genehmigt und gebaut wurde, „eine befremdlich eintönige, gleichförmige Stadt" zur Folge hat - meilenweit entfernt vom bunten, multiethnischen, sozial stark differenzierten pluralistischen Völkchen, das im Mitte zu Hause ist. Angesichts dieser aus teurem Grundstückserwerb, Renditeinteressen und Vorgaben der Energieeinsparverordnung resultierenden Tristesse zeigen die Architekten Klaus Theo Brenner, Dominik Krohm und Christian Sauer an sechs zentralen Grundstücken auf, wie eine lebendige Stadt gebaut werden könnte. Dabei wird die stadtprägende Blockstruktur ebenso aufgebrochen wie die bislang zwingende Traufhöhe von 22 m. Stattdessen werden Ausrufezeichen in Form kleiner Hochhäuser gesetzt, die nicht nur Abwechslung in das bisherige städtische Einerlei bringen sollen, sondern auch eine dichtere Besiedlung, die Leben mit sich bringt. Wirkliche Vielfalt – die Voraussetzung für eine attraktive Kommune – entstehe jedoch erst aus dem Mix unterschiedlicher Funktionen innerhalb eines Gebäudes, angefangen bei Wohnungen über Büros und anderen Gewerben bis zur (ganz wichtig) öffentlichen Nutzung. Für Kindergärten etwa oder Verwaltung oder ein Stadtteilzentrum. Und so wie die Häuser eine bunte Mischung verschiedenster Inhalte beherbergen sollten, erinnern sich die Autoren auch an sämtliche Gestaltungsmöglichkeiten aus ihrem Studium, mit denen sie ihren Häusern Vielfalt einhauchen wollen: Erker, Loggien oder Türmchen, Terrassen hier, Dachgärten oder Pergolen dort, Arkaden oder Kolonnaden, mal Giebel, mal Flachdach, mal Gauben – was die Architektur eben so hergibt. Und das einmal durch den Quirl gejagt. Das Ernüchternde an diesen Vorschlägen ist jedoch nicht das lauwarme Aufwärmen von Altbekanntem, das gleichwohl von dem Kunsthistoriker Peter Stephan in dem Band als avantgardistisch geadelt wird. Das wirklich Erschreckende ist, dass die Berliner Baupolitik so einbetoniert erscheint, dass Beobachter des Geschehens selbst mit so billigen Vorschlägen noch reüssieren können - die gleichwohl für den Verantwortlichen vor Ort, den durch Gesetze, Normen und Verordnungen gefesselten Baustadtrat, etwas „Utopisches" haben. Mit anderen Worten: auch das wird nix.


Gerda Gericke, Immobilien Zeitung

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