Warenkorb

0 Artikel | 0,00 €

Warenkorb

0 Artikel | 0,00 €

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

|BücherSonstige

Mehr Gerechtigkeit!

Wir brauchen eine neue Bodenordnung - nur dann wird auch Wohnen wieder bezahlbar

Mehr Gerechtigkeit!

Fachbuch

Autor: Hans-Jochen Vogel

Verlag: Herder Verlag

12,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2019, 80 Seiten, Paperback

Inhalt

Hans-Jochen Vogel streitet seit Jahrzehnten für eine neue Bodenordnung und setzt in seinem Buch das Thema soziale Gerechtigkeit wieder ganz oben auf die politische Agenda. Er macht klar: Boden ist keine beliebige Ware. Bei seiner Behandlung muss das Gemeinwohl über die Regeln des Marktes gestellt werden. Hans-Jochen Vogel wirft einen Blick in die Vergangenheit und zeigt auf, wie es zur aktuellen Situation kommen konnte. Er formuliert seine konkreten Vorschläge für die Zukunft, macht deutlich, auf welche Grundeinsicht er sich stützt und welches Kernziel er verfolgt.


Lange Jahre fristete das Thema bezahlbarer Wohnraum ein Schattendasein, bis es sich im Jahr 2019 mit Macht wieder in die Öffentlichkeit drängt. Die Medien berichten ausführlich, Politiker nehmen Stellung, die Immobilienwirtschaft rüstet argumentativ auf, Bürgerinitiativen fordern die Enteignung von privaten Trägern bzw. die Rücküberführung von Wohnraum in staatliche Hand nach den Privatisierungswellen der letzten Jahrzehnte. Für viele ist angemessener Wohnraum infolge der steigenden Mieten inzwischen unbezahlbar. Längst betrifft das Thema nicht mehr allein einkommensschwache Milieus. Bis weit in die Mittelschicht hinein stellt sich vielen die bange Frage, wie lange sie sich ihre Wohnung, ihr Heim, noch leisten können.Studien belegen, dass mehr als 40 Prozent der Haushalte in den Großstädten eine Mietkostenbelastung von über 30 Prozent ihres Einkommens tragen. Für mehr als eine Million Haushalte bleibt nach der Mietzahlung ein Resteinkommen unter dem Niveau der Regelsätze nach Hartz IV. Das führt zu starken sozialen Ungleichheiten und zunehmend zur Obdachlosigkeit. In den letzten Jahrzehnten gehen die Preise nur noch nach oben - sowohl in Großstädten als auch in ländlichen Regionen. Die bisherigen politischen Maßnahmen, wie etwa die Mietpreisbremse, erweisen sich als stumpfes Schwert im Kampf gegen die scheinbar unaufhaltsame Verteuerung des Wohnens. Denn den eigentlichen Grund hinter der Preisexplosion hat lange Zeit kaum jemand wahrgenommen: die dramatische Steigerung der Baulandpreise. Deutschlandweit erhöhten sich in den letzten Jahrzehnten die Baulandpreise um 1900 Prozent. Erst Hans-Jochen Vogels beharrlicher Kampf setzte das Thema wieder auf die Tagesordnung:


Dieses Buch ist die längst überfällige Streitschrift eines renommierten und weithin geschätzten Elder Statesman, der sein ganzes politisches Leben lang für die Sicherung von bezahlbarem Wohnraum für alle Menschen gekämpft hat.

Rezension

Bezahlbares Wohnen durch eine neue Bodenordnung

Seit mehr als 50 Jahren treibt den mittlerweile 93-Jährigen früheren Münchner und Berliner Bürgermeister und Ex-Bundesbauminster Hans-Jochen Vogel das Thema soziale Bodennutzung um. Seine neueste Streitschrift, nach Vogels Worten sein letztes Buch, mit dem knappen Titel „Mehr Gerechtigkeit" zeigt, worum es ihm geht: Seiner Ansicht nach ist die Verteilung von Grund und Boden ein Grund, warum die Ungleichheit in Deutschland so groß und der soziale Frieden bedroht ist. Seit 1962 sind die Bodenpreise in Deutschland im Schnitt um 2.300% gestiegen. In München seit 1950 sogar um 39.400%. Die Eigentümer verdienten Geld, ohne etwas dafür zu tun. Vogel macht diese Steigerungen und weniger die steigenden Baukosten als Grundproblem für den Mangel an günstigem Wohnraum aus.


Für ihn setzt die Politik an den falschen Stellschrauben an. Alle regulatorischen Eingriffe wie Mietspiegel, Mietpreisbremse oder Mietenstopp können diese Entwicklung nicht aufhalten, weil sie für ihn am nachgelagerten Mietmarkt ansetzen und nicht am ursächlichen Bodenmarkt.


Vogels Lösung: Der Boden sollte dem Markt entzogen werden. Kommunen sollten keinen Grund mehr verkaufen, sondern vielmehr Grundstücke erwerben und notfalls enteignen. Ein Verkauf von Immobilien sollte grundsätzlich besteuert, Eigentümer transparent genannt werden. „Leistungslose Gewinne" der Eigentümer müsse der Staat abschöpfen.


Vogels Forderungen sind dabei mehr als sozialistische Träumereien. Er fordert nichts anderes als was im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung festgeschrieben ist: eine Sozialbindung des Eigentums. Dann würden Wohnungen wieder bezahlbar und Deutschland wird wieder gerechter.


Alexander Heintze, Immobilien Zeitung 48, 28. November 12019

In Netzwerken weiterempfehlen

Das könnte Sie auch interessieren:

Mehr anzeigen