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|BücherPlanung/Bau, Architektur und Städtebau

Sorge um den Bestand

Zehn Strategien für die Architektur.

Sorge um den Bestand

Fachbuch

Autoren: Olaf Bahner, Matthias Böttger, Laura Holzberg

Verlag: Jovis Verlag GmbH

28,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2020, 208 Seiten, Paperback

Inhalt

Der neue Imperativ für das Bauen lautet: Erhalte den Bestand! Zehn Teams von Architekt*innen beschreiben ihre jeweilige Strategie und Haltung im Sorgetragen für den Gebäude- und Wohnungsbestand. Sie plädieren für ein achtsames Erhalten, Reparieren und Weiterdenken. Die Strategien starten mit der Wertschätzung des Bestehenden und der Permanenz von Gebäuden. Zentrale Fragen sind, wie sich neue Perspektiven für Bestandsgebäude durch städtebauliche Ansätze und gemeinwohlorientierte Kooperationen ergeben, welche Potenziale für ein Weiterbauen in städtischen Strukturen und in der Zwischenstadt schlummern und wie Leerstand in den Regionen durch Beteiligungskonzepte aktiviert werden kann. Darüber hinaus werden Strategien für die heute errichteten Gebäude, also den künftigen Bestand, formuliert — vom zirkulären Materialeinsatz bis zur Offenheit und Wandelbarkeit für kommende Anforderungen.

Rezension

Erhalte das Bestehende!

„Priorität kommt dem Erhalt und dem Weiterbauen des Bestehenden zu und nicht dessen leichtfertigem Abriss." Auf diesen einfachen und unbestechlichen Nenner bringt Susanne Wartzeck, die Präsidentin des Bundes der Architektinnen und Architekten (BDA), die Position ihres Verbands. Diese eindeutige Aussage steht allerdings in einem krassen Widerspruch zu dem Befund, dass Bauen in Deutschland nach wie vor in erster Linie Neubau bedeutet und ein „ökologisches Desaster" ist. Die Bundesrepublik ist weit davon entfernt, die schon nicht besonders ambitionierten Ziele, den Flächenfraß zu begrenzen, zu erreichen. Angesichts der Klimakrise ist die Ausweisung von zuvor ungenutztem Bauland, etwa für Wohnungen oder Logistik, nicht nur in vielen Fällen keine gute Idee, sondern unverantwortlich. Der Neubau folgt dem rein ökonomischen Prinzip von Nachfrage und Angebot. Es ist das Amazon-Prinzip, den Menschen das zu geben, wofür sie zu zahlen bereit sind, was deswegen auf beiden Seiten, der des Anbieters und der des Konsumenten, so gut funktioniert, weil die eigentlichen Kosten, die für die Zerstörung der Umwelt, in der Rechnung nicht auftauchen. Da werden dann gerne Wünsche in Not undefiniert und die schnelle Lieferung mutiert zum Menschenrecht. Da der Gesetzgeber nicht eingreift, bleibt nicht viel übrig, als auf das Bewusstsein der Akteure zu setzen und Alternativen zu bieten. Das ist das Anliegen dieses Buchs, es will helfen, den Wert des Gebauten zu erkennen und die Potenziale, die in ihm stecken. Die „Strategien" zielen etwa auf Weiterbauen und „kreatives Unterlassen", auf Lowtech-Konzepte und regenerative Materialien, auf Kreislaufwirtschaft und die Potenziale der Digitalisierung. Sie enthalten vielleicht nicht viel Neues, aber angesichts der Realität des Bauens kann das alles nicht oft genug betont werden.


Thomas Hilsheimer, Immobilien Zeitung 10, 11. März 2021, Seite 12

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