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|BücherArchitektur und Städtebau, Handelsimmobilien

Die Stadt nach Corona

Die Stadt nach Corona

Fachbuch

Herausgeber: Doris Kleilein, Friederike Meyer

Verlag: Jovis Verlag GmbH

24,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2021, 192 Seiten, Paperback

Inhalt

Homeoffice, Onlineshopping, Undertourism: Die disruptiven Umbrüche durch die Covid-19-Pandemie fordern Architektur und Stadtplanung heraus. Neue Handlungsräume eröffnen sich, aber werden sie auch genutzt? Von der fairen Verteilung des Verkehrsraums bis zu städtischer Ernährungspolitik, von neuen Orten für Arbeit und Erholung bis zu der Frage, wie Kommunen sich am Gemeinwohl orientieren können: Die Stadt nach Corona blickt in die nahe Zukunft und diskutiert, wie die transformative Kraft der Städte dazu beitragen kann, besser mit dieser und kommenden Katastrophen umzugehen.

Rezension

„Das Recht auf Stadt muss absolut sein"

Zwei Sammelbände mit fast identischem Titel: „Die Stadt nach Corona", herausgegeben von der Verlegerin Doris Kleilein (Jovis Verlag) und der Journalistin Friederike Meyer (Baunetz.de), betrachtet das Thema durch die Brille von Architektur und Planung. „Die Europäische Stadt nach Corona" kommt von der Ökonomie. Herausgeber sind Tobias Just und Franziska Plößl (beide Irebs Immobilienakademie, Universität Regensburg).
Ein interessantes Licht auf die Pandemie-Bekämpfung in China wirft der Beitrag der Immobilien-Ökonomin Bing Wang und des Architekturkritikers Rong Zhou im Aufsatzband von Just/Plößl. Ihre These: Der Aufbau chinesischer Städte half, das Coronavirus schnell in den Griff zu kriegen. Den Autoren zufolge gab es bis zum Ausbruch der Pandemie eine heftige Diskussion darüber, ob die nach außen abgeriegelten Wohnsiedlungen in Großstädten als Ausdruck sozialer Distanz nicht abzulehnen seien. Die Regierung wollte, dass Zäune und Mauern abgerissen werden, die Bewohner sperrten sich. In der Pandemie hätte sich dann gerade das Wohnen hinter Zäunen als hilfreich erwiesen. „Die übliche Ausweiskontrolle wurde um die Überprüfung der Körpertemperatur erweitert."
Bewährt habe sich auch das Prinzip der Mischnutzung. Ähnlich wie im sozialistischen Städtebau gilt oder galt in China bis zur Automobilisierung der Massen, dass Wohngebiete nie ohne eine komplette fußläufig erreichbare Infrastruktur aus Geschäften, Schulen etc. gebaut werden. Weil dies so ist, „konnten verschiedene Lebensbedürfnisse und Funktionen leicht in einem Umkreis von 15 bis 20 Minuten erfüllt werden, wodurch die Bevölkerungsströme lokalisiert und die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden konnte". Weitere Beiträge bei Just/Plößl beschäftigen  sich mit den Auswirkungen der Coronakrise auf einzelne Assetklassen (u.a. Hotel, Handel, Büro) und Implikationen für die Stadtentwicklung. Hier kommen auch einige bekannte „Immobilienprofis" zu Wort wie Mathias Leidgeb vom Logistikinvestor Palmira oder Sascha Klaus von der Berlin Hyp.
Andere, nicht weniger interessante Akzente setzen Kleilein/Meyer. Stefan Rettich, Städtebau-Professor der Universität Kassel, schreibt über „urbane Obsoleszenzen". Darunter versteht er städtische Flächen, die durch gesellschaftlichen oder technologischen Wandel in ihrer Bedeutung ausgehöhlt werden und darum brachfallen (Güterbahnhöfe, Kirchen, Warenhäuser usw.). Hier sieht Rettich große Potenziale. Beispiel Friedhöfe. Durch den Trend zur Urnenbestattung sind diese oft zu groß. Hamburg habe darum 270 ha von 400 ha des größten Parkfriedhofs der Welt in Ohlsdorf für eine „Parknutzung" freigegeben.
Den Schlusspunkt setzt Tatjana Schneider, Professorin für Architekturtheorie an der TU Braunschweig, mit einem Essay über die „gerechte Stadt". Ihre These: „Viele der großmaßstäblichen Visionen der letzten Dekaden sind von den Vorstellungen, den Macht- und Kapitalexzessen der Wenigen ersehnt und umgesetzt worden." Öffentliche Räume seien zugunsten von „Bezahlräumen" zurückgedrängt worden. Damit müsse Schluss sein. „Stadt muss so geplant werden, dass nicht nur Glück, günstige Umstände oder finanzielle Mittel entscheiden. Das Recht auf Stadt muss absolut sein."


Christoph von Schwanenflug, Immobilien Zeitung 46, 18. November 2021, Seite 12

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