Warenkorb

0 Artikel | 0,00 €

Warenkorb

0 Artikel | 0,00 €

Sie haben keine Artikel im Warenkorb.

|BücherArchitektur und Städtebau

Architekturführer Berliner Mauer

Architekturführer Berliner Mauer

Bildband

Autoren: Philipp Meuser, Hans Wolfgang Hoffmann

Verlag: DOM Publishers

18,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2013, 173 Seiten, Paperback

Inhalt

Kein Bauwerk steht mehr für die einstige politische Spaltung der Welt als die Berliner Mauer: als Symbol des Kalten Krieges, der Teilung von Ost und West sowie der Teilung einer Stadt, Berlin. Der Mauerfall im Jahr 1989 gehört zu den bewegendsten Momenten der deutschen Geschichte. Heute ist dieses Bauwerk, das über Jahrzehnte die geografische und politische Landkarte Deutschlands geprägt hat, aus dem Berliner Stadtbild nahezu verschwunden. Nur noch wenige verbliebene Segmente, als Denkmal konserviert, zeugen von dem einstigen rigiden Grenzregime, das nicht nur in die Berliner Straßen und Bauten hineinreichte, sondern auch tief in das Leben der Deutschen eingriff.
Hans Wolfgang Hoffmann und Philipp Meuser begeben sich auf Spurensuche und erzählen anhand verschiedener Schauplätze und Einzelschicksale die Geschichte der Berliner Mauer in Text, Foto und Informationsgrafiken - eine eindrückliche Dokumentation des Alltags im Brennpunkt des Kalten Krieges. Andreas Matschenz führt mit historischen Karten in die Geografie der Berliner Mauer ein.
- Geschichte der deutschen Teilung in Berliner Schauplätzen seit 1948
- Anschauliches Kartenmaterial aus der Zeit des Kalten Krieges
- Historische Aufnahmen und aktuelle Luftbilder vom Verlauf des einstigen Mauerstreifens

Rezension

Für Stadtwanderer heute auf der Suche nach dem verlorenen Gestern

Schon zehn Jahre später konnte sich keiner mehr den Furor erklären, mit dem binnen weniger Monate alles plattgemacht wurde – gründlich, radikal, nahezu komplett. 155 Kilometer Mauer, die sich – in doppelter Ausführung, einmal den Westen, zum anderen den Osten abriegelnd – rund um West-Berlin zogen, waren schon im Herbst 1990 fast vollständig verschwunden. So gut wie nichts war geblieben von diesen bis noch vor kurzem unüberwindbaren, totalen und tödlichen Sperranlagen, diesem Symbol für die Spaltung der Welt und den kalten Krieg, an dem sich in seiner heißesten Phase US- und sowjetische Panzer mit laufenden Motoren gegenüberstanden.


Nachdem dieses martialischste aller Bauwerke am 9. November 1989 durch ein Versehen von Regierungssprecher Günter Schabowski zur Öffnung, und damit zum Abriss freigeben worden war, hatte niemand mehr die Absicht, die Mauer zu erhalten, um Walter Ulbrichts verlogenen Startschuss zum Mauerbau in Erinnerung zu rufen. Nach gut 28 Jahren Trennung der Stadt, der Menschen, vieler Familien war die Wut auf dieses alles bestimmende Betonmonster riesengroß – genauso wie der Wille, dieses düstere Kapitel deutsch-deutscher Geschichte so schnell wie möglich zu vergessen. Dutzende Baufirmen stellten schweres Gerät zur Verfügung, damit der Abriss zügig vonstatten gehe. Die Menschen hier wie dort wollten ihre neue Umgebung erkunden, da störten Straßenblockaden. Es wächst zusammen, was zusammen gehört, sagte der große, alte Mann der Stadt und Deutschlands, Mauer-Bürgermeister Willy Brandt – also weg mit dem trennenden Beton. So total die Absperrung gestern, so total der Abriss heute.


Bis die ersten fragten, wie sie eigentlich ihren Kindern oder dem angereisten Besuch ihre Stadt und ihr Leben erklären sollten, wenn die einstmals den Alltag prägende Mauer, um die sich eine Generation lang alles drehte, nicht mehr existiert. Doch da war es schon zu spät. Bis auf einen Grenzturm, den Jugendliche besetzt hatten, die von Künstlern bemalte East-Side-Gallery, wenige Relikte der Hinterlandmauer und ein Stückchen Grenze auf den Grundmauern der einstigen und nun geschützten Gestapo-Zentrale war alles abgerissen, geschreddert, verschwunden.


Was übrig geblieben, aber vor allem, was aus den einst leeren Grenzbrachen in den vergangenen Jahren geworden ist, zeigt der Architekturführer Berliner Mauer aus dem Dom-Publishers-Verlag. Dabei erzählen die Autoren Hans Wolfgang Hoffmann und Philipp Meuser nicht nur Geschichte und Geschichten. Dutzende historische schwarz-weiße Maueraufnahmen, denen aktuelle bunte Luftbilder gegenübergestellt sind, erklären den einstigen Mauerverlauf und das heutige Erscheinungsbild, angereichert mit anschaulichem Kartenmaterial. Für Stadtwanderer heute auf der Suche nach dem verlorenen Gestern ein unbedingtes Muss, das Blicke schärft und unverheilte Brüche deutlich werden lässt, wie zwischen den Architekturen West und Ost.


Gerda Gericke, Immobilien Zeitung

In Netzwerken weiterempfehlen

Das könnte Sie auch interessieren:

Mehr anzeigen