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|BücherArchitektur und Städtebau

Cosmic Communist Constructions photographed (CCCP)

Cosmic Communist Constructions photographed (CCCP)

Fachbuch

Herausgeber: Frédéric Chaubin

Verlag: Taschen Deutschland GmbH

39,99 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 2011, 308 Seiten, gebunden, 34,5 x 27,0cm

Inhalt

Ideologische Träume - Die vierte und letzte Ära sowjetischer Architektur


In diesem Band holt der Fotograf Frédéric Chaubin 90 Bauwerke aus der Schlussphase der Sowjetunion aus der Vergessenheit. Die poetischen Bilder aus 14 Teilrepubliken dokumentieren eine letzte Blütezeit der Kreativität in dem untergehenden Reich zwischen 1970 und 1990. Anders als in den zwanziger oder fünfziger Jahren ist hier keine einheitliche "Schule" zu erkennen. Die Bauwerke entstanden vielmehr aus dem chaotischen Impuls des implodierenden Systems. Ihre Vielfalt nimmt das Auseinanderbrechen der Sowjetunion vorweg.


Die Architekten nutzten die Freiräume, die durch das Bröckeln der monolithischen Staatsstruktur entstanden: Sie gingen weit über den Modernismus hinaus und fanden zu den Wurzeln des freien Erfindens zurück. Die Wagemutigsten schufen Projekte, von denen die Konstruktivisten nur träumen konnten (Druschba Sanatorium, Jalta), andere zeigten ihre Fantasie auf expressionistische Weise (Hochzeitspalast, Tiflis). Ein Sommercamp, inspiriert durch Modellskizzen einer Mondbasis, offenbart suprematistische Einflüsse (Prometheus-Jugendlager, Bogatyr). Auch die sprechende Architektur war in den letzten Jahren der UdSSR weit verbreitet: Chaubin fand in Kiew ein Krematorium, das mit Betonflammen verziert war, und ein Forschungsinstitut mit einer abgestürzten fliegenden Untertasse auf dem Dach. In Kaliningrad knipste er ein Politikinstitut, das den Betrachter wie Big Brother zu beobachten scheint (Haus der Sowjets).


Der eklektische Stil-Mix spiegelt die ideologischen Träume jener Zeit wider - von der Weltraumbesessenheit bis zur Neuerfindung der eigenen Identität. Er zeigt auch die ungeheure Weite der UdSSR und wie lokale Entwicklungen manch exotische Wendung nahmen, bevor sie das Ende des Landes herbeiführten.

Rezension

Hommage an die Maßlosigkeit: Kommunistische Konstruktionen

Cosmic Communist Constructions photographed heißt der Fotoband von Frédéric Chaubin. Der Name ist Programm: rund 90 meist gigantische Gebäude, die an verlassene futuristische Filmsets erinnern, hat Frédéric Chaubin in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion (und auf Kuba) in Farbe oder in Schwarz-Weiß abgelichtet. Errichtet wurden die einzigartigen Hafenterminals, Ministerien, Schauspielhäuser, Ferienanlagen, Fakultäten usw. mehrheitlich in den 20 Jahren bis zum Zusammenbruch der UdSSR. Es ist der Anspruch von Chaubin, dass seine Archäologie der Gegenwart, "einige emotionale Momente beschert, eine dem Vergessen entrissene Realität entdecken lässt und jenen Träumen ein Gesicht verleiht, die diese vergessenen bisweilen namenlosen Architekten beseelt haben". Ein Anspruch, dem er auf den rund 300 Seiten mehr als gerecht wird. Schade nur, dass die Vornamen der Architekten abgekürzt werden, was eine weiterführende Recherche erschwert. Weiterhin erfährt der Leser von den Objekten nur knappe Fakten zu Name, Standort, Baujahr und manchmal einen Halbsatz zur Gebäudenutzung, nichts jedoch zu Gegenwart oder Zukunft der Objekte. Alle Texte sind dreisprachig, in englischer, deutscher und französischer Sprache verfasst, und auf einer kleinen Karte sind die Fundorte markiert, doch leider ohne Seitenverweise. "Diese Arbeit ist eine Hommage an die Maßlosigkeit", schreibt Chaubin. Die zeigt sich nicht nur in schierer Größe, sondern auch in ungewöhnlichen Details und Formen der Stein gewordenen Fantasien, wie z.B. Freizeitanlagen, die an Gefängnisarchitektur erinnern. Chaubin vergleicht die Bauten mit dem Setting von Filmen, die nie gedreht wurden. Wie schade -stehen eigentlich schon die Locations für den nächsten James Bond? (sma)


aus: Immobilien Zeitung 5/2012, S. 12

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