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|BücherArchitektur und Städtebau

Raumunternehmen

Wie Nutzer selbst Räume entwickeln

Raumunternehmen

Fachbuch

Herausgeber: Lisa Buttenberg, Klaus Overmeyer, Guido Spars

Verlag: Jovis Verlag GmbH

22,00 € inkl. MwSt. *

lieferbar innerhalb ca. 2-4 Werktagen
1. Auflage, 167 Seiten, gebunden

Inhalt

Mit den Raumunternehmen tritt ein neuer Typus von Stadt- und Landaktivisten auf den Plan: selbstbestimmte Raum- und Projektentwickler, die sich aufgelassene Orte schrittweise aneignen, besondere Nutzungsmischungen und Netzwerke bilden und über kluge Finanzierungsstrategien eine langfristige Perspektive aufbauen. Raumunternehmen schaffen Testfelder für die drängenden Themen der kommenden Stadt. Es geht um neue Modelle von Teilhabe und Gemeinschaft, die Kooperation zwischen Bürgergesellschaft und Staat, um Re-Lokalisierung und nachhaltiges Wirtschaften. Das Buch stellt in sechs Fallstudien aus der Praxis Raumstrategien, Entwicklungspfade und alternative Wertschöpfungskonzepte von Raumunternehmen vor und bettet die Erkenntnisse in den aktuellen Diskurs über nutzergetragene Stadtentwicklung ein.

Rezension

Unorthodox entwickeln

Künstler, Stadtteil-Initiativen, sogar Hausbesetzer: Oft sind sie für die Immobilienbranche Nerv- oder Schreckgestalten. Aber kann man von ihnen auch etwas lernen? In bestimmten Fällen schon. „Raumunternehmen. Wie Nutzer selbst Räume entwickeln" lotet dieses Lernpotenzial aus. Die Herausgeber haben freilich kaum die Immobilienwirtschaft im Blick. Deshalb kommen die Einleitung und der abschließende analytische Teils oft arg soziologisch und theoretisch daher. Spannend sind jedoch die sechs Praxisbeispiele.
Die Bandbreite reicht von Hausbesetzern im Hamburger Gängeviertel, die bundesweit Aufmerksamkeit erregt haben, über ein kommunal gefördertes Jugendprojekt in Erfurt und ein von einer Stiftung gestütztes Kulturhaus in Berlin bis zu einer Art Landkommune in Schwaben. Die Projekte werden mit Details zur Entwicklung, Bausubstanz, Nutzung, Finanzierung und Mietniveau vorgestellt.
Für Praktiker dürften vor allem zwei Fälle interessant sein: Ein ländliches Anwesen in Bayern und ein ehemaliges Bürogebäude in Rotterdam. Die Landlmühle bei Rosenheim ist deshalb spannend, weil dort seit rund zehn Jahren ein offenbar wirtschaftlich tragfähiges und kontinuierlich wachsendes Gewerbezentrum entstanden ist. Teil des Erfolgsrezepts ist der Umgang mit der Ressource Zeit. Die Besitzer und Entwickler der Landlmühle haben verschiedene Nutzungen vorsichtig anlaufen und wachsen lassen und damit zwar keinen „schnellen Euro gedreht", aber dauerhaften Erfolg auch in den Augen der Geldgeber erzielt.
Der Schieblock in Rotterdam zeigt den Umgang mit leer stehendem Büroraum. Sicher ist die Lösung, die auf einer umtriebigen, gut vernetzten Kreativgruppe beruht, nicht auf jedes andere Marktumfeld übertragbar. Aber sie zeigt, was möglich wird, wenn man sich an ungewöhnliche Verfahrensweisen und Gedankengänge heranwagt.
Die Beispiele lassen es erahnen und ein hervorragender analytischer Beitrag von Lisa Buttenberg und Guido Spars macht es klar: Alternative Herangehensweisen im geschilderten Stil sind etwas für Immobilien, die problematisch und auf konventionellem Weg kaum ertragreich sind. In diesen ganz speziellen Fällen können auch Nerv- und Schreckgestalten zu Partnern für unorthodox denkende Entwickler und Investoren werden.
In seiner Gestaltung setzt der Band auf comicartige Zeichnungen. An einigen Stellen werden so Zusammenhänge und Nutzungskonzepte sehr plastisch, an anderen kommt nur eine Wiederholung der ohnehin im Text dargestellten Zeitabläufe heraus. Bei manchen der eingestreuten Fotos wirken sich das kleine Format und die Anpassung auf das Farbschema in Türkis und Dunkelblau sehr negativ aus.


Volker Thies, Immobilien Zeitung 28, 16. Juli 2015, Seite 16

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